Die Idee zu den Erinnerungskoffern kam mir in einem Anflug von Nostalgie und dem daraus entstandenen Wunsch, wertvolle Erinnerungen an einem besonderen Platz & in stets greifbarer Nähe zu verwahren. In meinem Koffer, zum Beispiel, habe ich das einstige Lieblingsspielzeugauto meines älteren Sohnes hineingelegt. Eine Zeit lang war dieses Auto seine Schmusedecke, welches er überallhin mitnahm – auch in die Badewanne, ins Bett & in den Kindergarten. Es war schon so abgenutzt vom ständigen Herumtragen, dass es sogar mit Klebeband geklebt werden musste. Irgendwann hat es natürlich aufgehört, und das Auto fand seinen Platz im Andenken-Koffer. Mir wurde erst später wirklich bewusst, was für einen hohen emotionalen Wert dieses Auto für meinen Sohn wohl gehabt haben musste – es hatte ihm Sicherheit in Situationen, wo er sich unsicher oder gar ängstlich fühlte, gegeben. Die ersten Wochen im Kindergarten waren sehr schwierig für ihn, da es eine Reise ins Fremde & Unbestimmte war. Als hochsensibles Kind, war er außerdem plötzlich Reizen ausgesetzt, die manchmal etwas „zu viel wurden“. Auch wenn ich mich darum bemühte, ihm die Eingewöhnung so leicht wie möglich zu gestalten, gab es viele tränenreiche Abschiede, die sowohl für ihn als auch mich traumatisch waren. Sein Spielzeugauto repräsentierte für ihn ein Stückchen „zu Hause“ & „Beständigkeit“. Wann immer ich nun den Andenken-Koffer öffne & dieses kleine silberfarbene, zusammengeklebte Spielzeugauto erblicke, weckt es in mir liebevolle Erinnerungen an meinen Sohn, wie er mit dem Auto in der Badewanne oder im Kinderzimmer spielt, zu Arztbesuchen mitnimmt oder sogar damit schlafen geht. Es weckt aber auch in mir die etwas wehmütige Erinnerung an eine für uns beide sehr emotional herausfordernde Zeit.